Schottland 07
9 März 2008eDie Planung
Die Planung sah ursprünglich eine Wanderung am Seyside und Great Glen vor, doch am Ende wurde es eine Solotour mit dem Rad. In aller letzter Minute wurde die eigene Nabe noch eingespeicht und das Rad Tourenbereit gemacht. Also dickere Reifen drauf und die Lenkertasche befestigt. Der Rest in den Rucksack und los!
Die Tour
Meine Solotour durch das Land der Clans und Glens beginnt Flughafen Glasgow, noch am gleichen Tag ging es los. Das Fahrrad am
Sperrgutschalter abgeholt, Rucksack auf und aufgesessen. Loch Lomond war das Ziel unterwegs noch Wasser und Verpflegung aufgefüllt gingen die ersten 70 Km meiner Reise recht entspannt durch den Sonnenuntergang. Linksverkehr ist durchaus ungewohnt am Anfang. Der Nächste wartete mit schönem Wetter auf und ich traf einen Radfahrer eigentlich wollte er nur ne Zeitung holen aber dann begleitet er mich ein Stück, denn Leute, die auf einem 40 Jahre alten Stahlrahmen mit nur einem Gang durch Schottland fahren sind es seiner Meinung nach wert begleitet zu werden immerhin sieht man sowas nicht täglich. Wir tranken dann noch zusammen einen Tee, bevor es in Berge ging. Mit dem einen Gang stimmte nicht ganz jetzt wo es bergauf ging kam der Zweite zum Einsatz. Also Hinterrad ausbauen umdrehen dauert zwar seine 2 Minuten aber schont die Beine. Der Tag endete mit einem schönen Sonnenuntergang am Meer, nur die Midges trübten die Freude ein wenig aber man gewöhnte sich langsam an die keinen Quälgeister. Am nächsten Morgen das, was mich den Großteil meiner Reise begleiten sollte Wolken und Regen. Auch wenn das Wetter hier sonst recht schnell wechselt und ein Tal weiter schon ganz anders sein kann schien es irgendwie an mir zu kleben. Heute ging es dann Richtung Great Glen und dann am Kaledonischen Kanal zum Loch Ness, an dessen Westufer es dann über Inverness und entlang der Nordseeküste es zum River Spey ging und mir einen der landschaftlich schönsten Abschnitte bescherte. Die folge Tage brachten dann die 1. kulinarischen Höhepunkte ein. Die Speyarea ist bekannt für Ihre Whiskybrennereien und diese wurden auch besichtigt. Zum Einen gabst Whisky und zum anderen das Sudhaus und Brennerei immer schön warm und man hatte die schangse wenigstens halbwegs zu trocknen. In Aviemore war die Zeit gekommen den Spey zu verlassen es ging durch Hochtäler auf einer stillgelegten Straße Richtung Stirling, wo ich mir einen Tag “Frei” nahm und mich ein paar örtlichen Studenten beim “Pubhopping” anschloss. Einer war allerdings unüberhörbar ein Bayer, der Dialekt schlug sich deutlich bis ins Englische durch. Danach ging es wieder Richtung Loch Lomond, das diesmal mit einer Fähre überquert wurde. Das Dritte landschaftliche Highlight lag vor mir Argyll Forest meine Beine hassten es, denn es ging erst mal 15 Meilen bergan. Aber schließlich über kleine verschlungene Straßen Richtung Loch Fyne und dann an dessen Ufer Richtung Fähre, die mich nach Kintyre brachte. Ein umgefahrenes Schild bescherte mir eine ungeplante Etappe an dessen Ende mich mich der Weltuntergang erwartete. Um 11 erreichte ich in völliger Dunkelheit einen Campingplatz und just, als ich mein Zelt aufgeschlagen hatte, ging es Los Regen und Sturm die ganze Nacht, das kleine Zelt war dem Ganzen nur bedingt gewachsen. Am nächsten Morgen dann nur noch Niesel. Der Besitzer erließ mir wegen des schlechten Wetters dann die Kosten und gab mir noch meine Standard Fahrtenverpflegung mit. Milch und Shortbread hält einem über Tag immer fit. Das Wetter wurde besser und ich fuhr in eine 10 Meilen lange Sackgasse, die sich aber wegen des herrlichen Blickes und der Rückfahrt gelohnt hat. Die Straße war recht steil und wurde auf ca. 3 Km von einem Bach überspült. Was mit der Sonne im Rücken eine echt spaßige Abfahrt war. Jetzt sollte es Richtung Islay gehen. Die Zweite große Whisky Region auf meiner Reise allerdings werden hier nicht so feine, weiche Destillate hergestellt, sondern eher rauhe und torfige. Zuvor lud mich allerdings noch ein Hotelbesitzer auf dem Weg ein eine Nacht bei ihm zu bleiben, was mir ein Bett, warmes Essen und ein Abend im Kilt bescherte. Islay selbst zeigte nach der morgendlichen Fährfahrt von seiner besten Seite. Sonne und Whisky wie ich ihn mag, 4 der 8 Brennereien auf Islay konnte ich besuchen, bevor ich abends mein Zelt am schönsten Campingplatz meiner Reise aufschlug. Direkt in den Dünen von Loch Indaal mit Blick Richtung Irland und der Nordhälfte Islays. Alles hat ein mal ein Ende und somit musste ich mit der Fähre Islay verlassen hatte brachte mich eine 2. auf Arran, diese wurde durchquert und die 3.Fähre brachte mich aufs “Festland”, wo es dann auf stillgelegten, zu Radwegen umgebauten, Bahnstrecken wieder zum Flughafen Glasgow ging. Und mit schönen Erinnerungen und müden Beinen ging es dann nach Berlin.
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